Milchpreis-Diskussion

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Zur Zeit wird wieder mehr über den fallenden Milchpreis diskutiert. Einen Liter Milch bekommt man heute schon für 40 Cent im Supermarkt. Der Bauernverband Schleswig-Holstein macht dafür auch die Verbraucher verantwortlich, die die Arbeit der Bauern nicht wertschätzen würden. Obwohl der Ärger über die viel zu niedrigen Milchpreise gut nachvollziehbar ist, ist diese Reaktion jedoch ein Rätsel.

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Der Milchpreis wird wie jeder andere Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Ist der Preis zu niedrig, bedeutet das entweder, dass das Angebot zu groß ist, oder die Nachfrage zu niedrig ist. Keiner kann dem Verbraucher einen Vorwurf dafür machen, dass er die günstigste Milch konsumiert oder wieviel Milch er trinken möchte. Diejenigen, die das tun sollten andernfalls auch diejenigen kritisieren, die bei H&M ihre Kleidung kaufen. Über die Preise dieser Kleidung wird nur leider nicht diskutiert, weil die Lobby von Kindern aus Bangladesch in Deutschland relativ schwach ist.

Das Problem des Milchpreises ist das hohe Angebot. Im Jahr 2015 wurde die Milchquote abgeschafft. Die Bauern können jetzt so viel Milch vertreiben, wie sie möchten.

Zuvor hat es 2014 besonders hohe Milchpreise gegeben. Deswegen wurde nach der Abschaffung der Quote deutlich mehr Milch produziert, als zuvor. Hinzu kamen Export Einbrüche, da China weniger Milchpulver importiert und Russland den Import nicht mehr zulässt.

Das hohe Angebot hat zu niedrigen Preisen geführt. Der Verbraucher hat diese Entwicklung nicht herbeigeführt. Das Problem ist durch eine schlechte europäische Subventionspolitik entstanden. Jetzt müssen die europäischen Bauern sich in den freien Markt integrieren. Es ist Aufgabe von Politik, diese Entwicklung zu begleiten und größere Schäden durch kluge, vorübergehende Subventionen zu vermeiden.

Es ist schon jetzt so, dass Molkereien Landwirten bessere Preise zahlen, wenn diese ihre Milchmenge nicht erhöhen. Dieses Vorgehen könnte staatlich unterstützt werden. Allerdings dürfen diese Sanktionen nicht zur Regel werden, sondern sollten sukzessiv verringert werden, bis der Milchpreis vollständig im freien Wettbewerb entsteht.

Sicherlich kann man darüber streiten, ob Subventionen sinnvoll sind und wenn ja, welche. Aber den Ärger am Verbraucher auszulassen ist der falsche Weg.

 

Lennart Wulf

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