Ein Unfall oder alltägliche Realität?

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Knapp eine Woche nach den schrecklichen Ereignissen vor Lampedusa wirft Arne Popp einen Blick auf ein sehr großes Problem.

Bei einem Bootsunglück vor Lampedusa sind letzten Donnerstag, am 3. Oktober 2013, bis jetzt fast 200 Menschen ums Leben gekommen. Noch immer sind nicht alle Opfer geborgen. Doch kann man es wirklich noch als Unfall registrieren? Was sind die Auslöser für solche Tragödien?

Unabhängig von diesem Vorfall sind in den letzten Jahren so viele Menschen bei der Flucht vor Armut, Hunger und Bürgerkrieg ums Leben gekommen, dass ich dies nicht mehr als Unfall sehen kann und möchte. Hier beschweren sich Menschen über Asylsuchende und hetzen offen gegen diese auf – ohne geringste Verantwortung für diesen Rassismus. Denken wir mal an Hoyerswerda oder Mölln. Viele Politiker_innen und Parteien verschließen sich dieser Taten und erlassen sogar Gesetze die ähnliche Ansichten offenbaren. Die Menschen kommen ja auch nicht wie von vielen konservativen behauptet, her wegen der Sozialleistungen. Sie wollen ja arbeiten und Steuern zahlen und wir brauchen diese weiteren Arbeitskräfte, doch das Gesetz verbietet es ihnen, sich hier so zu integrieren

Dies ist vielleicht nicht direkte Ursache für solche Fälle. Aber trotzdem denken wir an die Dublin II Verordnung, die für die Abschiebung von vielen, vielen Menschen verantwortlich ist. Menschen, denen in ihren Heimatländern die Todesstrafe droht. Viele bringen sich schon in den Flüchtlingsheimen um, weil sie nicht mehr mit der Situation klar kommen. Denken Sie doch einfach mal, wie es für Sie wäre: Sie leben in einem Land in Afrika, zum Beispiel in Somalia und wie jeder Mensch brauchen sie was zu essen. Doch Ihr Feld ist schon seit Jahren verdorrt. Sie wollen dann einfach nur noch weg! Aber wohin? In ein Land wo Sie sich nie wieder Sorgen um Essen oder ein Dach überm Kopf oder auch Ihre Religion machen müssen. Sie wollen leben. Seien Sie mal ehrlich: Würden Sie dann nicht auch versuchen in die EU einzureisen, selbst wenn Sie dafür mit einem kleinen Fischerboot fahren müssen? Der sichere Tod oder die Chance auf ein gutes Leben.

Ich würde mich fürs Paradies entscheiden, selbst wenn ich dafür ein Risiko eingehen muss. Doch leider passieren dann solche traurigen Schicksale. Eines der maroden und Wrack ähnlichen Boote kentert, schlägt leck. Auf Hilfe brauchen Flüchtlinge fast nicht zu hoffen. Ihre Rettung ist für einige Richter und Politiker sogar eine Straftat, Beihilfe zur illegalen Einwanderung. Die Behörden sind vollkommen überfordert damit einzugreifen. Menschen, die es ans Land schaffen, werden wie Verbrecher behandelt, eingesperrt. Schlafen unter freiem Himmel bei Regen in einem offenen Gittergefängnis ist keine Seltenheit.

Wir müssen ernsthaft und ergebnisoffen anfangen darüber nachzudenken, was helfen könnte: Der Versuch die Situationen in den Krisenländern zu verbessern, das Öffnen der EU-Grenzen.

Vielleicht schreckt dieser neueste Vorfall ja jetzt ein paar Menschen auf und lässt ihnen bewusst werden, dass kein Mensch auf dieser Welt illegal sein kann. Und, um es mit Worten unseres Grundgesetzes zu sagen: Asyl ist Menschenrecht!

Menschen bleiben Menschen, egal woher sie kommen!!

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