Die Pille danach und die katholische Kirche

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Die Pille danach war in den letzten Wochen ein großes Thema in den Medien. Mit etwas Abstand wirft nun Katja nochmal einen Blick auf die Debatte

 

Einer Frau ist vor einiger Zeit großes Unrecht widerfahren. Sie wurde von zwei katholischen Krankenhäusern, in denen sie nach einer Vergewaltigung nach Hilfe und Unterstützung suchte, abgewiesen. Als ob dieses schlimme Verbrechen nicht schon genug Leid in das Leben der Frau brachte, wurde ihr nunmehr auch noch ihr eigener Wille verwehrt. Sie wollte sich die sogenannte „Pille danach“ verschreiben lassen, die eine mögliche Schwangerschaft verhindern sollte. Allerdings wollten die Krankenhäuser ihrer Bitte nicht nachkommen aufgrund eines Verbotes im Kölner Erzbistum, die Pille zu verschreiben. Diese widerspräche dem katholischen Grundsatz, Leben zu schützen. Dahinter steckte allerdings ein großer Irrtum: die Pille danach soll lediglich eine Befruchtung verhindern, und nicht wie von der katholischen Kirche beschrieben, abtreiben. Nachdem die Kritik von allen Seiten nur so auf die katholische Kirche einprasselte, beschloss die deutsche Bischofskonferenz schließlich kürzlich, eine Verschreibung der Pille danach in katholischen Krankenhäusern zu legitimieren – mit der Bedingung, dass nur Präparate, die keine abtreibende Wirkung haben, zum Einsatz kommen. Ein Schritt, der längst überfällig war. 

Jedoch geht es doch gar nicht darum, welche Pille wie wirkt und welche mit den Grundsätzen der katholischen Kirche zu vereinbaren ist. Geht es nicht vielmehr darum, wie es passieren konnte, dass einer hilflosen Frau in einer furchtbaren Situation keine Hilfe geboten wurde? Lässt sich dies mit den katholischen Grundsätzen wie Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft vereinbaren? Dieser Frage wurde in den letzten Wochen viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Wie kann ein Mensch, der sonst die Liebe zum Leben und zum Menschen predigt, fordern, dass eine Frau gegen ihren Willen ein Kind bekommt, welches sie ein Leben lang an ihr schlimmes Schicksal erinnert und dem sie aufgrund dessen vielleicht keine bedingungslose Liebe schenken kann, und das zudem ohne einen Vater aufwachsen muss. Sicher, ein Kind zu bekommen ist für viele Menschen eines der schönsten Ereignisse des Lebens. Dennoch sollte jede Frau selbst darüber bestimmen können, ob, wann und wie oft sie Mutter werden möchte.

Anstatt die verschiedenen Pillen hinsichtlich ihrer Wirkung auseinanderzunehmen, ist es doch so viel wichtiger darüber nachzudenken, wie man sexuelle Gewalt an Frauen bekämpfen kann. Auch wenn der armen Frau nicht geholfen wurde, oder gerade deshalb, ist es wichtig, dass diese Debatte weitergeführt wird. Damit in keinem deutschen Krankenhaus keiner Frau mehr die Hilfe verwehrt wird, auf die sie ein uneingeschränktes Recht hat!

 

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