Die Koaltion müsste die Ehe öffnen!

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Der Genosse Lennart Wulf mit einem Einwurf zu den Koalitionsverhandlungen:

Ob man will oder nicht, die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, CSU und SPD laufen. Alle  Themen müssen diskutiert und auf einen gemeinsamen Konsens gebracht werden. Es sollte mittlerweile allen bekannt sein, dass die SPD auf den Mindestlohn und die CSU auf die sogenannte Ausländermaut bestehen. Ein Thema, dass in der Öffentlichkeit kaum Gehör gefunden hat, wurde jedoch sehr schnell und ohne wirkliche Diskussion abgehandelt, die Gleichgeschlechtliche Ehe. Es wird mit der Großen Koalition keine Reform dieses Gesetzes geben. Damit verbunden wird auch das Adoptionsrecht nicht erneuert.

Frankreich, England, Norwegen, Belgien, die Niederlande, dies sind alles zweifelsfrei Länder der EU, die sehr fortschrittlich sind. Alle diese Länder haben bereits die gleichgeschlechtliche Ehe akzeptiert. Warum gehört Deutschland nicht zu dieser Liste, wo unser Land doch sonst immer als Vorreiter für neues gilt?

Wenn etwas verboten ist, hat dieses Verbot immer einen Grund. Politiker verbieten etwas, weil der Staat oder die Gesellschaft dadurch einen Vorteil genießt. Jetzt muss man sich erst einmal überlegen, wo genau der Nachteil läge, wenn die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt wäre. Unsere Bundeskanzlerin sagte erst kürzlich, dass sie sich schwer damit tue, die komplette Gleichstellung durchzusetzen. Der Grund dafür sei das Kindeswohl. Kinder wachsen also, wenn es nach unserer Bundeskanzlerin geht, nur dann richtig auf, wenn sie den Einfluss eines Vaters und einer Mutter in ihrer Entwicklung erleben. Ich persönlich bin mein halbes Leben ohne Vater aufgewachsen und kann keine Defizite in meine Entwicklung feststellen. Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass eine 2. Mutter daran etwas geändert haben könnte. Auch in einem Haushalt mit 2 Männern und einem Kind denke ich nicht, dass ein „Mangel an Frau“ bestehen würde. Die Aufgaben, die eine Frau (nach CDU denken) übernimmt,  müssen auch hier getan werden. Auch ein Mann kann einem Kind Essen kochen oder die Wäsche waschen. Es klingt zwar für einige absurd, aber Männer können sogar Trostspender sein. Welcher Vater würde auch nicht für sein Kind da sein, wenn es ihn braucht? Dass die Situation momentan so aussieht, dass Homosexuelle Paare keine Kinder adoptieren dürfen, ist zu tiefst erschreckend. Es gibt tatsächlich noch Menschen, denen es verboten wird, Kinder zu kriegen.

Ein weiteres Argument, dass gerne gegen die gleichgeschlechtliche Ehe genannt wird ist, dass die Ehe steuerliche Vorteile bietet. Diese Vorteile gibt es, um abgesichert zu sein und, damit Paare zum Kinderkriegen motiviert werden. Homosexuelle Paare „verweigern“ diesen Dienst, weil sie sich mit Partnern einlassen, mit denen sie keine Kinder zeugen können. Aber müssten nicht dann Eheleute, die keine Kinder bekommen, obwohl sie biologisch fähig wären, viel härter bestraft werden? Wozu sind diese steuerlichen Vorteile überhaupt noch gut, wenn sie auf der einen Seite die Hochzeit verhindern und auf der anderen Seite die falschen Menschen fördern? Paare mit Kindern, die nicht geheiratet haben, genießen weit weniger Vorteile, nur, weil sie nicht geheiratet haben. Irgendwie passen diese Dinge nicht wirklich zusammen. Das Ziel sollte sein, jedem Kinder und die Ehe zu ermöglichen und das eine sollte nicht Bedingung für das andere sein.

Die CDU und die CSU sind die einzigen Parteien, die sich noch gegen eine Gesetzesreform aussprechen, die CDU Politikerin Hedwig von Beverfoerde sagte zu diesem Thema: „Mit der Gleichstellung der Homo-Ehe wäre der letzte Rest vom C in der CDU beseitigt.“ Dass vor allem die Evangelische Kirche die Gleichgeschlechtliche Ehe für sich in vielen Regionen bereits akzeptiert hat, lasse man hier einmal außen vor. Ich möchte dieser Aussage zustimmen, gerade Werte wie Nächstenliebe und Toleranz sind bei der CDU (schon lange) verloren gegangen.  Das Bundesverfassungsgericht hat schon mehrere Urteile ausgesprochen, die für eine Gleichgeschlechtliche Ehe sprechen. Unter anderem wurde von der CDU immer wieder betont, dass die Ehe unter besonderem Schutz durch das Grundgesetz steht. Das BVG hat entschiede, dass eine gleichgeschlechtliche Ehe gegen diesen Grundsatz nicht verstößt. Angela Merkel will erst dann etwas ändern, wenn sie vom Bundesverfassungsgericht dazu gedrängt wird. Der einzige Weg das geltende Gesetz zu ändern, ist nun also für die nächsten 4 Jahre das Bundesverfassungsgericht. Leider wurde dieses Thema schnell aus den Verhandlungen genommen.

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