Nazis gehören nicht ins Stadion und auch nicht auf die Trainerbank

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Unter dem Titel „Censored by DFB- Was wählen eigentlich Fußballer?“ schrieb ich im Dezember 2009 einen Artikel über Fußballer und Politik im STACHEL. Das Fazit war, dass sich auch hier die meisten, anders als vielleicht Philip Lahm (konservativ) oder Thomas Hitzelsberger(sorgt sich um die Geringverdiener_innen) verstecken. Anders Paolo Di Canio. „Dieser ist bekannt für seine faschistische Einstellung und das nicht erst, seitdem er das Spielfeld mit ausgestrecktem Arm verließ. Auf seinem rechten Oberarm hat er sich das Wort „DUX“ tätowieren lassen, übersetzt ins italienische heißt dies „Duce“ (Führer), die gängige Bezeichnung Mussolinis durch seine AnhängerInnen“.

Di Canio feiert das gewonnene Spiel gegen AS Rom (Reuters)
Di Canio feiert das gewonnene Spiel gegen AS Rom (Reuters)

 

Über die laschen Bestrafungen und das Herunterspielen aller beteiligten wurde eingehend und vielerorts berichtet. Schon damals habe ich mich furchtbar darüber aufgeregt und seitdem hat sich nicht viel geändert. Der Umgang mit diesem brisanten Thema war damals schon skandalös. Die Fans von Lazio Rom fallen immer wieder auf, andere Fußballer, wie etwa der italienische Nationaltorhüter Buffon machen durch die Wahl ihrer Rückennummer (88) auf sich aufmerksam.

 

Und auch in Deutschland und seinen Ligen sind die Probleme bekannt. In unteren Ligen werden Spieler beschimpft und mit Gegenständen beworfen, in der Bundesliga verprügeln Nazis andere Fangruppen oder rollen Banner im Stadion aus. Freilich gibt es auch Aktionen der Clubs, die „Rechts die Rote Karte“ zeigen, aber so richtig viel kommt nicht rum. Und auch die Kampagnen des DFB zu jedem Großereignis scheinen eher halbgar, als konsequent und durchdacht. Die Clubs spielen in der Regel eher runter und schieben das Problem auf die lange Bank oder ganz ins Abseits. Politik hat im Stadion nichts zu suchen ist die vorherrschende Meinung. Wenige größere Aktionen wie in Bremen, München oder auf Sankt Pauli sind die Ausnahmen.

 

Aber was passierte mit Di Canio? Er ist unlängst Trainer vom AFC Sunderland in England geworden. Der Anlass für meinen heutigen Aufreger. Der stark abstiegsgefährdete Club hat den ehemaligen Stürmer in der Hoffnung, er möge sie vor dem Abstieg bewahren, eingestellt.

 

Heute älter, aber kein Stück weiser (Flickr.com,)
Heute älter, aber kein Stück weiser (Flickr.com,)

HALLO!? GEHTS NOCH? Einen Faschisten auf die Bank setzten? Gehts noch kontraproduktiver? Fußball ist kein Politikfreier Raum! Gerade Fußballklubs müssen sensibel genug sein, um das endlich auf den Schirm zu kriegen!Jedes Wochenende fiebern Menschen mit den Clubs, Spielern, Trainern. Sie bieten ein riesiges Identifikationspotential, sind Vorbilder. Ein Fußballclub kann es sich nicht, egal wo, egal welche Liga, erlauben, einen Nazi auf die Bank zu setzen. Die Clubs müssen endlich ihre Verantwortung erkennen und handeln. Nazis raus aus den Stadien, Teams, Trainerstäben!

Nazis gehören nicht ins Stadion und auch nicht auf die Trainerbank.

 

Voll daneben, Sunderland. Ein Abstieg wäre nicht das traurigste dieses Jahr..

 

Ergänzung 11:20:

David Miliband, hoher Labour Politiker und ehemaliger Außenminister Gordon Browns,  hat seine Position als „vice-chairman“ wegen Di Canio niedergelegt und dies öffentlichkeitswirksam kundgetan. vielleicht weckt das ja einige auf.

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